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Rezensionen



Vahrenholt/Lüning: Die kalte SonneDie kalte Sonne -
Warum die Klimakatastrophe
nicht stattfindet


Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

Wer sich heutzutage genauer über
den Klimawandel informieren möchte,
wird es schwierig finden, ein einheitliches
Bild zu gewinnen. Die Folgen einer
globalen Erwärmung werden entweder
als fürchterliche Konsequenzen
der Nutzung fossiler Energie oder
als Panikmache dargestellt.
Wer soll da noch durchsteigen?


Das Buch "Die kalte Sonne" von Fritz Vahrenholt
und Sebastian Lüning kann da hilfreich sein.

     Ich glaube, die Klimaforscher haben einmal einen grossen Fehler
gemacht. Sie sind zu früh mit ihren verbesserungsfähigen wissen-
schaftlichen Ergebnissen an die Öffentlichkeit getreten. Fachfremde
Wissenschaft, Medien und Politik mit einzubinden, bringt Aufmerksam-
keit, die wohltuend ist, aber nur solange man auch die Regie behält.
Sonst ruft man eine Kritik auf den Plan, die inzwischen mit dem ab-
wertenden Wort "Klimaskeptiker" umschrieben wird. Wer nicht als
solcher gelten möchte, hält dann wohl besser seinen Mund.

     Ich beobachte seit einiger Zeit, dass es neben Menschen,
die eine Veränderung des Klimas grundsätzlich nicht zur Kenntnis
nehmen wollen auch solche gibt, die fragen, ob die Berechnungen
der Klimazukunft mit den verfügbaren theoretischen Modellen und
Grossrechnern schon hinreichend glaubwürdig sind. Das wäre nämlich
nötig, um diese Ergebnisse zur Grundlage teurer politischer
Entscheidungen zu machen, deren Kosten sich dann vielleicht
später wieder auszahlen. "Klimaskeptiker" sind - so meine ich -
nur die Zeitgenossen, die der ersten Kategorie angehören.

     Vahrenholt und Lüning - das hat mir die Lektüre ihres Buches
gezeigt - gehören nicht dazu. In der Einleitung weisen sie der
Klimaforschung die Aufgabe zu, um die es geht: nämlich aufzuzeigen,
welchen Anteil die menschlichen Aktivitäten am beobachteten
Klimawandel haben und wie hoch der Beitrag natürlicher
Klimaprozesse ist.

     Die Welt hat sich mittlerweile in zwei Lager aufgespalten.
Die einen sind fest davon überzeugt, dass allein der Mensch mit
seinem industriellen Kohlendioxidausstoß das Klima maßgeblich
verändert, die anderen sehen rein natürliche Klimaschwankungen
am Werke. Im Eifer der Debatte geht dabei unter, dass die Natur
noch selten derartiger Schwarz-Weiß-Malerei gehorcht hat.
Zweifel am Klimawandel haben die Autoren hingegen nicht!

     Wenn Vahrenholt und Lüning den Einfluss der Sonne auf
das Klimageschehen hervorheben, so ist dies auch auf neue
wissenschaftliche Erkenntnisse zurück zuführen, die nach
meiner Beobachtung vom Klima-Establishment nicht ernst
genommen werden. Das hat zu einem Ungehagen der beiden
Autoren am Weltklimarat IPCC geführt, für das ich Verständnis
habe.

     Seit in einem Spiegel-Interview
(http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-32362275.html)
die von dem Amerikaner Michael Mann veröffentlichte
"Hockeyschläger-Kurve" des Temperaturverlaufs der letzten
1000 Jahre heftig kritisiert wurde, wobei sich diese Grafik
aber hartnäckig hält, weil M. Mann einen grossen Namen
in der Gemeinschaft der Klimaforscher hat, seither habe ich
den Eindruck, dass die Diskussionen im falschen Forum stattfinden.

     Wissenschaft verbietet, neue Ideen und Hypothesen von
vorherein abzutun oder zu ignorieren. Auch die Politik, die die
Forschungsmittel zur Verfügung stellt, muss diese Fragen mit
grösserer Offenheit und mehr Mut zur Kenntnis nehmen.
Dazu hilft eine Gesellschaft, die Abschied nimmt von ihrer Lust
an sensationellen Meldungen und Katastrophenszenarien.

     Die Öffentlichkeit sieht in Wissenschaftlern, die sich über
eine Hypothese nicht einig sind, einen grundsätzlichen Ansatz
zur Unglaubwürdigkeit. Solche Diskussionen gehören zum
wissenschaftlichen Alltag. Aber sie müssen sachbezogen bleiben.

     Das Buch "Die kalte Sonne" von Fritz Vahrenholt und
Sebastian Lüning könnte dafür sorgen, dass die Klimaforschung
ihr Spektrum zu erweitern beginnt. Die beiden Autoren zeigen
aber auch auf, wie sehr der Weltklimrat IPCC die Szene bestimmt
und die Richtung vorgibt. Wer sich seiner Sache wirklich sicher ist,
braucht sich aber vor Skeptikern nicht zu fürchten.

     Dem Buch ist eine breite Leserschaft zu gönnen, damit alte
Zöpfe verschwinden und neue Ideen bekannt werden.
Denn wie hieß es schon bei den Lateinern?
Audiatur et altera pars.......es werde auch die Gegenseite gehört.

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Walter Krämer: Die Angst der WocheDie Angst der Woche -
Warum wir uns vor den falschen Dingen fürchten


Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

"Häufige Leukämie - Erkrankungen in der
Nähe von Radio Vatikan" - diese Meldung
der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat
Walter Krämer dem Kapitel 9 seines
Buches "Die Angst der Woche" voran-
gestellt. Das Kapitel trägt die Überschrift
"Der große Leukämieschwindel" und hat
daher einen direkten Bezug zu uns in
Geesthacht.


     Walter Krämer ist als Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik
mit den Problemen bestens vertraut, die durch verkürzt oder ober-
flächlich wiedergegebene Untersuchungsergebnisse entstehen.

     Meist ist dabei nämlich Statistik im Spiel, die niemand richtig
versteht, weil die Zusammenhänge nicht erläutert werden.
Die Folge sind dann Medienberichte, die darin konkurrieren,
wer die beste "Story" aus dem Material macht. Dann jagen die
Schlagzeilen einander:

"Immer mehr Menschen geraten in existenzielle Not";
"Wegen zwei Reihern aus Porzellan wurde Vogelgrippe-
  Alarm ausgelöst";
"Bakterien aus dem Duschkopf";
"Feinstaubwerte schnellen zu Sylvester hoch";
"Dioxin - Grenzwerte bei Schafslebern überschritten".

     Wahrscheinlich lassen die wenigsten Leser solche Meldungen
an sich abgleiten, die meisten werden erschreckt reagieren und
möglicherweise sogar Angst bekommen.

     Seit der BSE-Panik um das Jahr 2000 sammelt Krämer am
Schwarzen Brett seines Instituts an der Dortmunder Universität
unter der Rubrik "Die Angst der Woche" zutreffende Medienberichte.
Seine Studenten beteiligen sich daran. So ist eine Sammlung
entstanden, die dem gleichnamigen Buch als Grundlage diente.

     Während der bayrische CSU-Politiker Erwin Huber erfreut
feststellt: "Wir sind risikobewusst wie sonst kein Land", fragt
Krämer: "Sind wir Deutschen eine Nation von Panikmachern?",
um danach auf die dazu notwendigen gängigen Regeln einzugehen.

     Wer diese Vorgehensweisen einmal verstanden hat, ist besser
gewappnet, Gefahren, die keine echten sind, mit Gelassenheit zu
begegnen, andererseits aber Gefahren, die es wirklich ernst zu
nehmen gilt, aus dem Wege zu gehen. In solchen Fällen ist es
nämlich dumm, wenn nicht gar lebensgefährlich, keine Angst zu haben.

     Wie man dazu vorgehen kann, beschreibt Krämer im
Schlusskapitel: es gilt zunächst, das "Bauch-Gefühl" auszuschalten -
was schon vielen Menschen sehr schwer fallen dürfte - um im
Anschluss daran die Illusion aufzugeben, es gäbe eine Möglichkeit,
alle Risiken völlig auf Null zu setzen.

     Ein lesenswertes Buch, anregend geschrieben,
     mit weiterführenden Literaturangaben.

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Alexander Neubacher: ÖKOFIMMELÖKOFIMMEL
Wie wir versuchen, die Welt zu retten -
und was wir damit anrichten


Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

Alexander Neubacher, Wirtschaftsredakteur
im Berliner Büro des SPIEGEL, schildert in
seinem Buch "ÖKOFIMMEL - Wie wir versuchen,
die Welt zu retten - und was wir damit anrichten"
seine Erfahrungen als umweltbewusster
Familienvater, und wie seine tiefe Skepsis
gegenüber dem Sinn mancher neuer
Umweltvorschriften entstanden ist.

     An zahlreichen Beispielen kann Neubacher zeigen, wie oft bereits
zwei überschnelle Schritte in eine vermeintlich richtige Richtung in
unserem Lande dazu geführt haben, dass mindesten ein Schritt -
manchmal auch mehrere - zurück getan werden mussten.
Dabei läßt er keinen Zweifel daran aufkommen, dass er Umweltschutz
für eine wichtige Aufgabe hält, aber eben nur solchen, der der Umwelt
wirklich hilft.
Dosenpfand, Biosprit, Elektroautos, Müllsortierung, Wasserverbrauch,
aber auch die Sommerzeit: zu all diesen Themen gibt es die berühmten
zwei Seiten der Medaille: die eine, die wir tagtäglich in der Zeitung lesen
oder im Radio hören können und die andere, weniger sichtbare, die uns
dieses Buch sehr deutlich vor Augen führt.

     Neuberger möchte die Hysterie aus der deutschen Umweltpolitik
nehmen. Wenn das Wissen, das er in seinem Buch zusammen getragen
hat, Allgemeingut würde, könnte ihm dies sogar gelingen. Nicht nur
deshalb ist das letzte Kapitel politisch interessant, dem er die Überschrift
"Was tun?" gegeben hat. Er bemängelt das geradezu missionarische
Verhalten von Umweltpolitikern, Umweltschutzfunktionären und
Ökoaktivisten, die alle den Weg des Heils kennen, und dafür "dass es
sich um komplexe Sachverhalte handelt, die weit in die Zukunft reichen,
eine erstaunliche Selbstsicherheit an den Tag legen" (Seite 233).

     Besonders interessant finde ich den Gedanken, Umweltministerien
abzuschaffen und die Aufgaben an die Ressorts für Wissenschaft und
Wirtschaft zu delegieren. Der polnische Ministerpräsident hat über
einen solchen Schritt laut nachgedacht, bei uns würde man möglicher-
weise für einen solchen Vorschlag mit Steinen beworfen.
Auch Neubachers Überlegungen zum Emissionszertifikatehandel
und der derzeitigen Klimaentwicklungshilfe verdienen es, einer breiten
Leserschaft bekannt zu werden, damit einer politischen Wende ein Weg
bereitet wird. Der Verein "The Compensators" , der seit 2006
Verschmutzungszertifikate kauft, um sie zu vernichten, damit sie nicht
z. B. einem Braunkohlekraftwerk ausserhalb Deutschlands ermöglichen,
noch weitere Jahre auf Modernisierung zu verzichten, ist so eine private
Initiative, die die Fehlentwicklungen auf diesem Gebiet zu korrigieren
versucht.

     Erschreckt hat mich aber, zu erfahren, dass einige Berater unserer
Regierung bereits eine "Ökodiktatur - Massnahme´" vorschlagen,
wenn es durch Alarmismus nicht gelingen sollte, die Bürger und ihre
gewählten politischen Vertreter wach zu rütteln (siehe:
"Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umwelt-
veränderungen, Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation",
im Internet abrufbar).

     Es mag ja mit Genugtuung erfüllen, eine Vorreiterrolle übernommen
zu haben, aber auf neuem Terrain stürzt der Vorreiter zuerst und
danach ist fraglich, ob andere ihm auf diesem Weg noch folgen wollen.
Neubergers Gedanken verdienen, in die Tat umgesetzt zu werden:
Schritt für Schritt nähert man sich einem wichtigen Ziel erfolgreicher,
als wenn man stolpert oder Purzelbäume schiesst.

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Udo Pollmer u. a.: Wer hat das Rind zur Sau gemacht?Wer hat das Rind zur Sau gemacht?
Wie Lebensmittelskandale
erfunden und benutzt werden


Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

Der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer -
Jahrgang 1954 - gehört zu den Wissenschafts-journalisten, denen ich seit langem grosses
Vertrauen entgegenbringen kann.
Dazu trägt nicht zuletzt seine wöchentliche
Sendung "Mahlzeit" im Deutschlandradio
Kultur bei, in der er sich für gut fünf Minuten
mit ernährungswissenschaftlichen Fragen und
Problemen auseinandersetzt.

     Im April 2012 erschien das Buch "Wer hat das Rind zur Sau gemacht?",
in dem der wissenschaftliche Leiter des Europäischen Instituts für
Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften e. V. (EU.L.E.), München
und drei seiner Mitarbeiterinnen die bekanntesten Lebensmittelskandale
der jüngeren Vergangenheit wie BSE, Dioxin in Eiern u.ä. als das heraus-
stellen, was sie in Wirklichkeit sind: nämlich mediale Meinungsmache,
die auch nicht davor zurückschreckt, die ganze Wahrheit zu unterschlagen.

     "Öko" ist eben derzeit aktueller Trend und da stört z.B. die Information,
dass man in Bioeiern aus Freilandhaltung unter Umständen mehr Dioxine
finden kann als in "verseuchten" konventionellen Eiern. Unausgesprochen
ist das Buch ein Appell an die Politik, unbegründeten Ängsten mutig ent-
gegenzutreten und wirkliche Risiken von Scheinrisiken zu unterscheiden.
Aber dazu muss der Bürger wohl erst manch einen Politiker an die Hand
nehmen, damit der seine Angst vor dem Verlust der demokratischen
Mehrheit ablegt. Dies Taschenbuch klärt dazu auf.

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Joachim Gauck: Freiheit - Ein PlädoyerFREIHEIT - Ein Plädoyer

Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

"Ich wünschte mir, dass sich unsere
Gesellschaft tolerant, wertbewusst und
vor allen Dingen in Liebe zur Freiheit
entwickelt und nicht vergisst, dass die
Freiheit der Erwachsenen Verantwortung
heisst":
Mit diesem Satz endet ein im Frühjahr 2012 erschienenes Buch unseres Bundespräsidenten
Joachim Gauck, dem er den Titel gab
"FREIHEIT - Ein Plädoyer".

     Es handelt sich im Wesentlichen um den Inhalt einer Rede, die Gauck
im Januar 2011 in der Evangelischen Akademie in Tutzing gehalten hat.

     Als jemandem, der Unfreiheit jahrzehntelang selbst erfahren hat,
ist ihm nach der Wiedervereinigung besonders deutlich geworden,
dass sich "bei den Deutschen ein besonderes Verhältnis zur Freiheit
entwickelt hat". Er hätte auch ebenso gut ein "eigenartiges Verhältnis"
sagen können, denn er zieht den Dichter Heinrich Heine heran, der
den Unterschied zu Engländern und Franzosen charakterisiert hat
durch den Satz "Der Deutsche liebt die Freiheit wie seine Grossmutter".

     Aber der 17. Juni 1953 und das Wiedervereingungsjahr 1989 haben
Gauck gezeigt, dass auch wir Deutschen den Wert von Freiheit hoch-
schätzen und dafür kämpfen können. Dies gilt für die Bevölkerung im
Ostteil unseres Landes, wir im Westen haben uns an Freiheit als
etwas völlig Selbstverständliches gewöhnt. Wir haben offenbar Freiheit
im Überfluss, so dass sich einstellt, was immer mit dem Überfluss
verbunden ist: nämlich ein Verlust des Wertgefühls.

     Gauck hat die "Freiheit - wovon" selbst erlebt und plädiert für ein
Bewusstsein der "Freiheit - wozu", die dem Staatsbürger abverlangt,
Verantwortung zu übernehmen.

     Ein lesenswertes kleines Buch eines Mannes, das er formulierte,
bevor er Bundespräsident wurde... und das - nur um es noch einmal
festzuhalten - , weil sich unsere Partei gegenüber der Kanzlerin
Merkel durchgesetzt hat.

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Maxeiner und Miersch: Frohe Botschaften Frohe Botschaften:
über den alltäglichen Wahnsinn


Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

Im April des Jahres 2008 erschien das Buch
"Frohe Botschaften", in dem sich die Autoren
Dirk Maxeiner und Michael Miersch kritisch,
teilweise sarkastisch mit den Irrungen der
apokalyptischen Visionen der damaligen
Jahre auseinander setzen.

Vier Jahre sind seither vergangen und
das Buch gibt es nur noch selten und für
viel Geld zu haben. Man darf sich deshalb
über eine elektronische Buchversion freuen,
denn es ist immer noch aktuell, weil sich
inzwischen kaum etwas an der Lage
geändert hat.


     Im Gegenteil: der alltägliche Wahnsinn (Untertitel des Buches) hat
offenbar an Methode zugelegt. Seit das Bundesinstitut für Risikobewertung
(http://www.bfr.bund.de/de/start.html) die Empfehlung aussprach, dass
"auch gefühlte Risiken staatliches Handeln" erfordern, läuft der deutsche
Zeitgeist in die Angstecke, aus der man ihn wahrscheinlich nur durch neue
Ängste vertreiben kann. So wurde vor Jahren schon versucht, die Angst
vor der kerntechnischen Entsorgungsfrage durch die Bedrohung durch
Kohlekraftwerke und den durch das entstehende Treibhausgas
beschleunigten Klimawandel zu ersetzen. Das hat leider nicht geklappt:
die Naturkatastrophe in Japan und ihre Folgen haben die Atomangst
neu belebt.

     Dafür wird über den Klimawandel vorerst nicht mehr geredet.
Das kann sich schnell ändern, wie Michael Miersch auf Seite 95 des Buches
berichtet: man muss nur immer wieder suggestiv fragen:
"Kommt Ihnen das wechselnde Wetter nicht seltsam vor?", dann steigern
sich die Gefragten schon aus Höflichkeit meist ganz automatisch in eine
bemitleidenswerte Betroffenheit, und die Ängste steigen mit.

     Das BFR klärt mittlerweile auf seiner Internetseite über solche
Wahrheiten auf, wie diese: "Säuglingsnahrung in Babyflaschen möglichst
frisch zubereiten" (Zugriff 9. November 2012). Ich glaube, das hätte
meine Großmutter auch schon so gesehen. Heute müssen derlei
Erkenntnisse behördlich abgesichert werden.

     Wussten Sie übrigens, dass die Toilette auf einem Offshore–Windrad
draußen in der Nordsee im Jahr 2008 immerhin etwa 100.000 Euro kostete?
Das ginge doch sicher billiger…wenn auch nicht bei jedem Wetter.

     Ein immer noch notwendiges und immer noch empfehlenswertes Buch,
das viele Reizthemen anspricht, deren Lösung mehr politischen Mut erfordert!

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Eli Pariser - Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden Filter Bubble:

Wie wir im Internet entmündigt werden


Rezension von
Prof. Dr. Hans Georg Priesmeyer:

Freiheit ist inflationär zu einem Begriff
geworden, der heute in keinem Partei-
programm mehr fehlt. Er wurde mittler-
weile so selbstverständlich, dass kaum
noch jemandem bewußt ist, daß Freiheit
auch in Gefahr geraten kann und ernst-
haft verteidigt werden muß.
Das verwundert besonders in Zeiten
wie diesen, in denen die Welt an vielen
Orten gleichzeitig durch die Folgen von
Unfreiheit aufgeschreckt wird.



     Für unsere Partei, die schon durch ihren Namen zu erkennen gibt,
welches politische Ziel für sie Priorität besitzt, ist eine zwingende Aufgabe,
Entwicklungen der Gesellschaft in Richtung Unfreiheit zu benennen.
Die FDP muß zur Alarmglocke greifen, sobald sie Ansätze bemerkt, die die Freiheit bedrohen. Das Internet - Hoffnungsträger für viele, die auf eine
transparentere, bürgernähere Demokratie gewartet hatten - entwickelt
sich seit einigen Jahren zunehmend in eine gefährliche Richtung.

     Der Grund dafür sind die Spuren, die man beim Surfen, Suchen,
Kaufen oder durch sorglose Selbstdarstellung im Internet hinterläßt.
Google, Facebook & Co. erfahren so Eigenarten, Vorlieben, Schwächen
und mehr über uns und ziehen aus diesem Wissen das Betriebskapital
ihrer Geschäftsidee. Es entsteht so ein Bild von uns, das uns selbst
nicht gezeigt wird und somit durchaus falsch sein kann. Wir kennen
es nicht und können es daher auch nicht berichtigen. Aber für andere
ist es die Grundlage, nach der sie uns einschätzen.

     Aus den vielen Informationen suchen die Großrechenanlagen von
Google, Facebook und Co. diejenigen heraus, die nach ihrem Bild von
uns die passenden Informationen für uns sind. Sie bestimmen dadurch
den Tellerrand, über den wir irgendwann dann nicht mehr hinausblicken. "FILTER BUBBLE" lautet der Titel eines lesenswerten Buches, das diese
Problematik - auch im Hinblick auf zu erwartende Entwicklungen - behandelt.
Der Titel des Buches läßt einen an eine Welt denken, die sich im Innern
eines riesigen rosaroten Luftballons befindet: kein Wunder, daß diese Welt
von ihren einseitig informierten Bewohnern dann nur noch rosarot gesehen
wird! Eine Hoffnung gibt es aber: Eine Blase kann platzen! Liberale müssen
sich deshalb umgehend auf die Suche nach einer Nadel machen, um dabei
nachzuhelfen. Dies Buch informiert über den Weg dazu.

     Zitat Eli Pariser: "Weil aber die Filter Bubble unsere Wahrnehmung
dessen verzerrt, was wichtig, wahr und wirklich ist, ist es so wichtig, sie
sichtbar zu machen. Genau darum bemüht sich dieses Buch."

Es enthält aber auch Ratschläge, wie man sich gegen das (un-)heimliche
Auskundschaften im Internet schützen kann.




Lese-Ecke


Bezugsquellen
der vorgestellten Bücher
vor Ort in Geesthacht:


Buch und Spiel
laden@buchgeesthacht.de
www.buchundspiel.de

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Bezug über AMAZON:
Auf das gewünschte Buch klicken (Seite öffnet sich im neuen Fenster) ...



Fritz Vahrenholt /
Sebastian Lüning

Die kalte Sonne

Warum die Klima-
katastrophe nicht
stattfindet

[Gebundene Ausgabe]

Vahrenholt/Lüning: Die kalte Sonne

EUR 24,99

>>> zur Rezension

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Walter Krämer

Die Angst der Woche

Warum wir uns vor
den falschen Dingen
fürchten

[Gebundene Ausgabe]

Krämer: Die Angst der Woche

EUR 19,99

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Alexander Neubacher

ÖKOFIMMEL

Wie wir versuchen,
die Welt zu retten -
und was wir damit
anrichten

[Gebundene Ausgabe]

Alexander Neubacher: Ökofimmel

EUR 19,99

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Udo Pollmer u. a.

Wer hat das Rind
zur Sau gemacht?


Wie Lebensmittel-
skandale erfunden
und benutzt werden

[Taschenbuch]

Udo Pollmer u. a.: Wer hat das Rind zur Sau gemacht?

EUR 8,99

>>> zur Rezension

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Joachim Gauck

FREIHEIT -
Ein Plädoyer



[Gebundene Ausgabe]

Joachim Gauck: Freiheit - Ein Plädoyer

EUR 10,00

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Maxeiner und Miersch

Frohe Botschaften

über den alltäglichen
Wahnsinn

[Gebundene Ausgabe]

Maxeiner und Miersch: Frohe Botschaften

Preis je nach Anbieter

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Eli Pariser

Filter Bubble

Wie wir im Internet
entmündigt werden

[Gebundene Ausgabe]

Eli Pariser - Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden

EUR 19,90

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